Haiku Fotografien

Mein persönliches Haiku, ist ein Gedicht in Bildform ... - meine Haiku Fotografie!

Haiku Fotografie - ist für mich wie eine Offenbarung, es geht hierbei nicht um die schlichte Darstellung von Landschaftsaufnahmen oder Makro Natur Aufnahmen.

Es ist für mich die Konzentration auf das Wesentliche - auf das Schlichte, das Entdecken - das Wahrnehmen von versteckten Tatsachen!

Nichts ist gestellt bzw. verändert, keine nachträglichen Filter, es wird nichts hinzugefügt.
Jedes Bild, ist bei mir ein wirkliches Unikat, es kann nicht wiederholt werden, niemand kann es jemals wieder genau so darstellen.
Auch bei meinen schwarz-weiß Bildern als Haiku Fotografien, wird das Bild nicht nachträglich in schwarz-weiß umgewandelt, das Bild kommt genau so aus aus meinem Auge in die Kamera.
Das Bild wird als schwarz-weiß Bild fotografiert - fertig.
Durch die Reduktion auf ein monochromes Bild entstehen für mich nochmals ganz andere Blickwinkel und fotografische Sichtweisen.

Was ist eigentlich ein Haiku?

Ein Haiku ist eigentlich eine traditionelle japanische Gedichtform und heute weltweit verbreitet. Das Haiku gilt als die kürzeste Gedichtform der Welt.
Zu den bedeutendsten Haiku-Dichtern zählen Matsuo Basho (1644-1694), Yosa Buson (1716-1783), Kobayashi Issa (1763-1827) und Masaoka Shiki (1867-1902).
Basho erneuerte mit seinen Schülern die Haikai-Dichtung und ermöglichte ihr die Anerkennung als ernsthafte Literatur. Shiki gilt heute als Begründer des modernen Haiku.
Er war es, der den Begriff Haiku prägte (gegenüber dem älteren Haikai oder Hokku).
Trotz formaler Strenge können Haikus außerordentliche poetische Kräfte entfalten, welche vor allem aus prägnanten Bildern und assoziativen Gedankensprüngen hervorgehen. Haikus lassen dem Leser viel Spielraum und Freiheit für eigene Interpretationen und Assoziationen.

Haiku und Zen

Haiku ist im weitesten Sinne auch Teil des Wabi-Sabi, ein japanisches ästhetisches Konzept der Wahrnehmung von Schönheit.
Der Begriff Wabi-Sabi wurde im 16. Jahrhundert von dem japanischen Tee-Meister und Zen-Mönch Sen no Rikyu eingeführt und ist eng mit dem Zen-Buddhismus verbunden.
Ursprünglich bedeutet Wabi sich elend, einsam und verloren zu fühlen. Dies wandelte sich zur Freude an der Herbheit des Einsam-Stillen.
Aber erst in der Verbindung mit Sabi, alt sein, Patina zeigen, über Reife verfügen, entstand die eigentlich nicht übersetzbare Begriffseinheit, die den Maßstab der japanischen Kunstbewertung bildet.Nicht die offenkundige und oberflächliche Schönheit ist das Höchste, sondern die verhüllte, nicht der unmittelbare Glanz der Sonne, sondern der gebrochene des Mondes.
Der bemooste Fels, das grasbewachsene Strohdach, die knorrige Kiefer, der leicht berostete Teekessel, das und Ähnliches sind die Symbole dieses Schönheitsideals.
Es geht um die Hoheit, die sich in der Gestalt des Unscheinbaren verbirgt, die herbe Schlichtheit, die dem Verstehenden doch alle Reize des Schönen offenbaren (Wilhelm Gundert).

Hier ein Beispiel für ein Haiku:

In den Wäldern drüben,
tief unter der Last des Schnees,
ist letzte Nacht
ein Pflaumenzweig erblüht.

In diesem berühmten Haiku liest der "Verständige" das Sabi und Wabi.
Der Geist des Zen ist der Geist des Augenblicks. Es gilt mit eigenen Augen zu sehen, was vor deinen wahren Augen liegt.

Im Zen geht es nicht um die eine ganz andere Welt, sondern um diese Welt als ganz andere. (das ist für mich der Kern, innehalten und darüber nachdenken)

Die Poesie eines Haikus ist leicht und hat einen besonderen Zauber. Diesen Zauber findet man in der Natur. Dabei geht es immer um den Augenblick.
Das flüchtige, unperfekte Bild, das nichts anderes will, als den Betrachter direkt ansprechen.

Ein Haiku ist unkompilizert, klar und reduziert auf das Wesentliche.

(Quellen Nachweis - https://de.wikipedia.org/wiki/Wabi-Sabi und eigene Ergänzungen und Formulierungen)